Toolbox
Diese Toolbox soll lokale zivilgesellschaftliche Initiativen und Interessierte bei der informierten Auseinandersetzung mit KI-Videoüberwachung durch die Polizei unterstützen. Sie besteht aus Workshoptools, Leitfäden für die Beschäftigung und Bewertung von KI-Technologien und ihren sozialen Konsequenzen sowie einem Szenariospiel.
Wer wir sind
Das Tool kann als Auftakt in einem Workshop genutzt werden und die Teilnehmer:innen dazu anregen, systematisch über ihr Verhältnis zu einer Überwachungstechnologie nachzudenken. Außerdem dient es der Vorstellung der Beteiligten. Das Tool kann aber auch allein verwendet werden und dazu genutzt werden, die eigenen Positionen zu Überwachungstechnologien für sich selbst zu reflektieren. Es dient der Selbstreflexion über Wissen, Ressourcen, Hoffnungen und Ängste.
Wird das Tool im Kontext eines Workshops genutzt, hilft es der Gruppe klarer voneinander zu wissen, über welche Ressourcen und Fähigkeiten die Teilnehmenden verfügen, aber auch welche Hoffnungen und Ängste sie haben.
Stakeholder-Mapping
Mit diesem Mapping-Tool könnt ihr euch einen Überblick über (1) die betroffenen Gruppen und Akteur:innen im Polizeiprojekt und den Stadtteil, (2) die Machtungleichgewichte in Bezug auf KI-Videoüberwachung, (3) die Vor- und Nachteile einzelner Gruppen verschaffen.
Das hilft euch, die Debatte zu analysieren und vielleicht entwickelt ihr Ideen, um die Auseinandersetzung um Videoüberwachung demokratischer zu gestalten. Das heißt, eine Debatte zu schaffen, in der alle Betroffenen und ihre Interessen ernstgenommen werden.
Das Tool ist besonders am Anfang der Beschäftigung mit einer Videoüberwachungsmaßnahme hilfreich. Es ermöglicht einen guten Überblick über die relevanten Akteur:innen und Betroffenen zu erhalten.
Bewertungsmatrix
Die Matrix ist ein umfangreiches Tool für zivilgesellschaftliche Initiativen und Engagierte. Sie soll dabei helfen, automatisierte und teilautomatisierte Überwachungstechnologien von Polizei und Sicherheitsdienstleistern zu beurteilen. Der Fokus liegt auf KI-Anwendungen im Bereich Videoüberwachung öffentlicher Räume. Dazu zählen u.a. Verhaltensdetektion, biometrische Identifizierung oder Tracking-Software.
Das Besondere an der Matrix ist, dass sie den lokalen Kontext der KI-Anwendung in den Mittelpunkt stellt. Es geht nicht vorrangig um die Technik. Vielmehr hilft die Matrix dabei KI in einen größeren sozialen Kontext zu stellen und Risiken zu identifizieren. Sie berührt daher vor allem Fragen der Freiheitsrechte und der sozialen Gerechtigkeit, aber auch Aspekte der Ökologie und Stadtplanung. Es geht nicht vorrangig darum, ob eine Technologie funktioniert oder nicht oder ob sie legal ist oder nicht. Die Matrix zielt darauf, zu hinterfragen, ob KI-Überwachung dazu beiträgt, soziale Herausforderungen so zu bewältigen, dass alle Menschen davon profitieren – insbesondere Menschen in schwierigen Lebenslagen. Daher sollen stets auch Alternativen zur KI mitgedacht werden.
Sie dient also dazu, (1) gemeinsame Diskussionen über wichtige Themen und Werthaltungen anzuregen, (2) Informationsbedarfe zu entdecken, (3) entsprechende Informationen zur Beantwortung kritischer Fragen von Entwickler:innen oder Polizei einzufordern.
Die Matrix berührt viele Fragestellungen. Es ist daher immer zu beachten, dass konkrete Szenarien eigene Herausforderungen und Möglichkeiten mit sich bringen.
Information-Web
Im Information Web findet ihr eine Auswahl von Links zu zivilgesellschaftlichen und wissenschaftlichen Initiativen im Bereich KI, Daten und Digitalisierung sowie Medien, die oft über diese Themen berichten.
Szenariospiel „Windschatten - Surveillance and Security Edition“
Das Szenariospiel „Windschatten – Surveillance and Security Edition“ basiert auf dem Design Game „Windschatten“. Das Originalspiel bietet ein offenes Setting für die spielerisch-kollaborative Annäherung an politisch-soziale Herausforderungen und kann mit verschiedenen selbst entworfenen Szenarien gespielt werden.
Originalquellen „Windschatten“
Spielanleitung: https://phaidra.univie.ac.at/o:1625061
Materialien: https://phaidra.univie.ac.at/detail/o:1625062